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Köhler Chemie
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Franz J. Köhler Preis
Die Preisfindung

Koehler Gebaeude
Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie hat am 14. September 1989 die Einrichtung des Franz J. Köhler Preises beschlossen. Die Gesellschaft erinnert auf diese Weise an die nun 50jährige Verbundenheit zu dem Namensgeber und seinem Unternehmen und den fruchtbaren Erfahrungsaustausch in Forschung und Klinik auf dem Sektor der Myokard- und Organprotektion.
Der Preis wird für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Organprotektion, unter besonderer Berücksichtigung des Herzens, vergeben. Die Vergabe erfolgt jährlich anläßlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie mit einer Dotierung von € 5000,-.
Die Verleihung des Preises erfolgt auf Vorschlag der Findungskommission, aufgrund besonderer Verdienste im Bereich der Organprotektion. Vorschläge an die Findungskommission sind erwünscht. Der Preis kann geteilt werden. Der oder die Preisträger müssen nicht Mitglieder der Gesellschaft sein.
Für die Zeit ihrer Amtsperiode sind stets der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und der Tagungsleiter der Jahrestagung der Gesellschaft Mitglieder der Findungskommission. Ebenso sind der Sekretär und 4 weitere amtierende Vorstandsmitglieder der DGTHG Mitglieder der Findungskommission. Ihre Nachfolger werden in Wahlfolge unter Zustimmung des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie geregelt. Ständige Mitglieder der Findungskommission sind der Vorsitzende der Findungskommission, Herr Univ.Prof. Dr. med. P.G. Spieckermann und Dr. rer. nat. F.G. Köhler.
Die Sitzung der Findungskommission findet stets unmittelbar vor der Vorstandssitzung der DGTHG statt, die letzte Zusammenkunft des Vorstandes vor der Jahrestagung der Gesellschaft. Die Sitzung der Findungskommission kann entfallen, wenn die/der oder die Kandidaten(innen) für den Franz-J.-Köhler-Preis schon im Vorfeld feststehen. Eine schriftliche Zustimmung bzw. Wahl ist in jedem Falle durchzuführen.
Das Ergebnis bzw. die Entscheidung (Preisträger) der Findungskommission wird im Rahmen der Vorstandssitzung der DGTHG vom Vorsitzenden der Findungskommission oder, wenn dieser verhindert ist, vom Präsidenten der Gesellschaft bekannt gegeben. Die Preisübergabe erfolgt während der Eröffnungsfeier der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie durch den Präsidenten der Gesellschaft oder den Tagungsleiter. Im wissenschaftlichen Programm der Jahrestagung wird an geeigneter Stelle dem/der Preisträger/in die Gelegenheit zu einem Vortrag gegeben, um seine/ihre wissenschaftliche Tätigkeit darzustellen.



Franz Josef Köhler
* 02. Oktober 1909
† 22. September 1984

Dr. Koehler
Dr. Franz J. Köhler befaßte sich während seines Chemie-Studiums mit den biochemischen und physiologischen Prozessen der Peptid-Spaltung und gewann als Stipendiat in Philadelphia, unter der Leitung von Prof. Waldschmidt-Leitz, grundlegende Erkenntnisse auf dem Gebiet des oxidativen Fettsäureabbaus, die er in den folgenden Jahren von 1933–1937 als Mitarbeiter des Nobel-Preisträgers Prof. Richard Kuhn an dem damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut in Heidelberg wesentlich erweitern konnte. Aufgrund zahlreicher Veröffentlichungen über die Biochemie des Energie-Stoffwechsels erkannte er die Bedeutung der Elektrolyte und Spurenelemente für biokinetische Prozesse. Schon 1933 untersuchte er die Korrelation zwischen der Magnesium-Konzentration und enzymatisch-katalysierten Reaktionen, unter anderem am Beispiel der Glycerophosphatase. Nach Kriegsende begann dann für Franz J. Köhler die Laufbahn eines Pharmaunternehmers, indem er das Tochterunternehmen Cilag Chemie GmbH Deutschland etablierte und bis 1964 als dessen Geschäftsführer und wissenschaftlicher Promotor zu einem angesehenen Unternehmen expandierte. Ab 1964 konzentrierte er sich auf die Aufgaben seines eigenen Unternehmens, der Dr. Franz Köhler Chemie GmbH. Die schon einige Jahre zuvor eingeleiteten klinischen Studien im Bereich der Elektrolytsubstitution zur Steigerung einer effizienten intrazellulären Kalium- und Magnesium-Versorgung konnten nun mit besonderer Intensität fortgeführt werden. Franz J. Köhler ist der Begründer der „Aspartat-Therapie”. Die in den Folgejahren initiierten experimentellen und klinischen Studien belegen seine Grundsatzthese, daß Magnesium eine wesentliche Rolle bei zahlreichen Stoffwechselprozessen spielt. Eine seiner grundlegenden Ideen, die Asparaginsäure, eine für den Energiestoffwechsel wichtige Aminosäure, in Kombination mit Elektrolyten und Spurenelementen für therapeutische Maßnahmen einzusetzen, hat zu vielseitigen Anwendungen geführt. In seinem Wirken spiegelt sich eine sehr stark empfundene persönliche Verantwortung gegenüber dem Allgemeinwohl, die besonders in der Entwicklung sogenannter Antidota zum Ausdruck kommt. Diese Pharmazeutika sind in Notfällen schwerer Vergiftungen lebensrettend. Im Sinne des Hippokratischen Eides, unabhängig von wirtschaftlichen Erwägungen, hat er sich dieser schwierigen Aufgabe gewidmet. In persönlicher und kooperativer Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. H. J. Bretschneider hat er die Entwicklung und Bereitstellung von organprotektiven Lösungen gefördert, deren Anwendung die Indikationen für komplizierte herzchirurgische Operationen erweitert hat und in zunehmendem Maße für die Multi-Organ-Protektion an Bedeutung gewinnt. Am 9. Dezember 1993 starb Professor Hans Jürgen Bretschneider. Seine Leistungen auf dem Gebiet organerhaltender Maßnahmen und neue Erkenntnisse über die Pathophysiologie ischämischer Organe sind von größter Bedeutung für die moderne Chirurgie. Als Unternehmer und als Wissenschaftler war Franz J. Köhler Vorbild für Seriosität und fachliche Kompetenz. Seine Persönlichkeit hat die Philosophie und Singularität seines Unternehmens geprägt. Anläßlich des 80. Geburtstages bzw. des 30jährigen Firmenjubiläums hat das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie beschlossen, in Anerkennung hervorragender Leistungen und jahrzehntelanger enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Mitgliedern der Gesellschaft, den neuen Wissenschaftspreis mit seinem Namen zu verbinden.
Erstmals wurde dieser Franz J. Köhler-Preis am 22. Februar 1990 anläßlich der 19. Jahrestagung in Bad Nauheim überreicht.



Der Sponsor

Preis
Vor 40 Jahren gründete der Chemiker Dr. Franz J. Köhler sein eigenes pharmazeutisches Unternehmen, basierend auf Produktion und Einführung des ersten Kalium-Magnesium-Präparates in Verbindung mit der Asparaginsäure. Auch heute noch gehören dieses und weitere Nachfolgepräparate zum festen Bestandteil im therapeutischen Management des Arztes, insbesondere des Kardiologen und Intensivmediziners. Die heute allgemein bekannte und von Wissenschaftlern unbestrittene Bedeutung des Elementes Zink für eine Vielzahl wichtiger biologischer Funktionen (Wachstums-und Heilungs-prozesse, Glukosestoffwechsel, Immunsystem und Fertilität) wurde erstmals von Dr. Köhler Chemie GmbH erkannt, klinisch entwickelt und zu einem therapeutisch weit verbreiteten Arzneimittel umgesetzt.
Schon Mitte der 60er Jahre begann das konzernunabhängige Unternehmen mit der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der funktionellen Organerhaltung unter ischämischen Bedingungen. In mehr als 40 Ländern kommt das entsprechende Arzneimittel CUSTODIOL zur Anwendung. In Folge dessen sind Niederlassungen in zahlreichen Ländern etabliert und Vertriebskooperationen vereinbart worden. In vierzig Jahren ist es dem Unternehmen gelungen, durch gezielte Forschung und kompetenten Dialog mit den Wissenschaftlern fachspezifischer Institutionen Ideen zur Verbesserung medizinischer Maßnahmen in Therapie, Diagnostik und Organprotektion umzusetzen und damit einhergehend Produkte zu entwickeln, die durch dieses mittelständische Unternehmen erfolgreich lanciert werden. Das expandierende Unternehmen wird in der zweiten Generation weitergeführt und - ganz in der Tradition des Begründers - höchsten Anforderungen an Qualität und Arzneimittelsicherheit gerecht. Neben der selbstverständlichen Verpflichtung, die Aufgaben des Unternehmens mit größter Sorgfalt auszuüben, zeichnet sich das Unternehmen Dr. F. Köhler Chemie auch dadurch aus, dass es sich als Sponsor kultureller Institutionen engagiert und so einen Beitrag leistet, die immer geringer fließenden öffentlichen Finanzen auszugleichen und somit dem Verschwinden von Kultureinrichtungen zu begegnen.
Insofern versteht sich das Unternehmen nicht nur als Hersteller wichtiger Arzneimittel mit hoher Akzeptanz und als Arbeitgeber, sondern als eine individuelle Zelle unserer Gesellschaft, in der sich alle elementaren Funktionen menschlichen Zusammenlebens widerspiegeln. Mit einem Team von motivierten Mitarbeitern, getragen von der Vision, neue wirksame - und gleichzeitig nebenwirkungsarme - Produkte zu entwickeln, wird das Unternehmen auch im neuen Jahrtausend mit neuen Produkten auf sich aufmerksam machen und somit eine erfolgreiche Zukunft sichern helfen.


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Broschüre "Franz J. Köhler Preis 1990 - 2010"