Historie2018-04-21T17:06:37+00:00

Die Anfänge

Dr. Franz Josef Köhler befasste sich während seines Chemie-Studiums mit den biochemischen und physiologischen Prozessen der Peptid-Spaltung und gewann als Stipendiat in Philadelphia, unter der Leitung von Professor Waldschmidt-Leitz, grundlegende Erkenntnisse auf dem Gebiet des oxidativen Fettsäureabbaus, die er in den folgenden Jahren von 1933 bis 1937 als Mitarbeiter des Nobel-Preisträgers Professor Richard Kuhn an dem damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut in Heidelberg wesentlich erweitern konnte. Aufgrund zahlreicher Veröffentlichungen über die Biochemie des Energie-Stoffwechsels erkannte er die Bedeutung der Elektrolyte und Spurenelemente für biokinetische Prozesse.

Schon 1933 untersuchte er die Korrelation zwischen der Magnesium-Konzentration und enzymatisch-katalysierten Reaktionen, unter anderem am Beispiel der Glycerophosphatase. Nach Kriegsende begann für ihn die Laufbahn eines Pharmaunternehmers: 1952 gründete er die deutsche Niederlassung der Cilag AG (Schweiz), die er bis 1964 als Geschäftsführer und wissenschaftlicher Promotor zu einem angesehen Standort entwickelte. Ab 1964 konzentrierte er sich dann auf die Aufgaben seines eigenen Unternehmens, der Dr. F. Köhler Chemie, das er bereits 1959 gründete. Die schon einige Jahre zuvor eingeleiteten klinischen Studien im Bereich der Elektrolytsubstitution zur Steigerung einer effizienten intrazellulären Kalium- und Magnesium-Versorgung konnten nun mit besonderer Intensität fortgeführt werden.

Dr. Franz Josef Köhler ist der Begründer der „Aspartat-Therapie”. Die in den Folgejahren initiierten experimentellen und klinischen Studien belegen seine Grundsatzthese, dass Magnesium eine wesentliche Rolle bei zahlreichen Stoffwechselprozessen spielt. Eine seiner grundlegenden Ideen, die Asparaginsäure, eine für den Energiestoffwechsel wichtige Aminosäure, in Kombination mit Elektrolyten und Spurenelementen für therapeutische Maßnahmen einzusetzen, hat zu vielseitigen Anwendungen geführt.

In persönlicher und kooperativer Zusammenarbeit mit Herrn Professor Dr. H.-J. Bretschneider hat er die Entwicklung und Bereitstellung von organprotektiven Lösungen gefördert, deren Anwendung die Indikationen für komplizierte herzchirurgische Operationen erweitert hat und in zunehmendem Maße auch für die Multi-Organ-Protektion an Bedeutung gewann.

Ein erster Meilenstein der firmeneigenen Forschungsaktivitäten war die Entwicklung der vom Körper sehr gut verwertbaren Elektrolyt- Aspartate (Kalium-Magnesium-Aspartat), sowie die Einführung von Zink-Aspartat (UNIZINK®) als auch Arzneimittel, die gegen schwere Vergiftungen helfen, sogenannte Antidota – darunter das einzig wirksame Gegengift bei Cyanidvergiftungen.

Die fruchtbare Zusammenarbeit der Dr. F. Köhler Chemie mit namhaften Medizinern und Forschern schlug sich auch in der Herstellung gut verträglicher, wasserlöslicher Röntgenkontrastmittel nieder, die in der radiologischen und urologischen Diagnostik eine breite Anwendung fanden. Weitere Lösungen im Anwendungsbereich der Anästhesiologie und Intensivmedizin folgten: Zum Beispiel im Einsatz bei postnarkotischen Störungen, die durch Anästhetika hervorgerufen werden können.

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