Antidota2019-04-20T15:29:53+00:00

Gegengifte sind Stoffe, welche die gesundheitsschädliche Wirkung des Giftes herabsetzen oder aufheben

Was wirklich hilft bei Vergiftungen

Entsprechend der Unternehmensphilosophie auch solche Arzneimittel herzustellen, für die nur ein äußerst geringer Markt vorhanden ist, wurde die Produktpalette „Antidota“ entwickelt und in das Portfolio mit aufgenommen: NATRIUMTHIOSULFAT®, 4-DMAP®, TOLUIDINBLAU®, ATROPINSULFAT®, ANTICHOLIUM®, KOHLE-PULVIS®.

Das weltweit einzig wirksame Antidot (Gegengift) 4-DMAP® (4-Di-Methyl-Amino-Phenol) gegen Cyanidvergiftungen entwickelte das Toxikologische Institut in München mit wesentlicher Unterstützung durch die Dr. F. Köhler Chemie.

Sowohl in suizidaler Absicht als auch bei Werksunfällen in Unternehmen, die beispielsweise für die Trennung von Edelmetallen Cyanidlauge benötigen oder Cyanide als Ausgangsverbindung für weitere Chemikalien einsetzen, kann es zu Cyanidvergiftungen kommen. Ohne den sofortigen Einsatz des Antidots 4-DMAP® würden diese Unfälle tödlich verlaufen. Eine sofortige Verfügbarkeit ist daher wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz. 

Der Wirkstoff des Antidots ANTICHOLIUM® verzögert, als „Hemmstoff“ des Enzyms Acetylcholinesterase, den Abbau des Boten- stoffs Acetylcholin. Dadurch wird die Konzentration von Acetylcholin im Körper erhöht, was zu einer Steigerung der Aktivität des Parasympathikus führt und somit als Gegenmittel bei lebensbedrohlichen Vergiftungen mit bestimmten Substanzen, die den Botenstoff Acetylcholin hemmen (anticholinerge Substanzen wie Atropin, Phenothiazine usw.), zum Einsatz kommt.

Durch einige Alleinstellungsmerkmale dieser Produkte auf diesem Arzneimittelsektor kann das Unternehmen auch hier wieder auf eine erfolgreiche Historie in der Produktentwicklung zurückblicken.

Was sind eigentlich Gifte?

Unter Giften versteht man Stoffe oder Stoffgemische, die eine gesundheitsschädliche Wirkung aufweisen bzw. deren Risiko für eine Schadwirkung relativ groß ist. Hierbei muss allerdings die Aussage des deutschen Arztes und Naturforschers Paracelsus Berücksichtigung finden: „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ So gibt es beispielsweise eine Reihe von Pflanzeninhaltsstoffen, die therapeutisch wirksam sind (z.B. herzwirksame Stoffe aus dem Fingerhut), in erhöhter Konzentration dagegen giftig sind.

Für die Giftigkeit von Substanzen sind, neben der Dosis, weitere Faktoren von wesentlichem Einfluss: die Art des Giftes, die Einwirkungsdauer im Körper, der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen und das Verteilungsverhalten des Giftes im Körper. Niedrige Giftkonzentrationen können bei langer Wirkungszeit im Körper ebenso Vergiftungserscheinungen hervorrufen wie hohe Konzentrationen bei geringer Einwirkungsdauer.

Welche Vergiftungen sind am häufigsten ?

Die häufigsten Vergiftungen sind auf dem Arzneimittelsektor zu verzeichnen. Die nicht ordnungsgemäße Anwendung von Medikamenten (z. B. Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungsmittel) macht ca. 40% aller Vergiftungsfälle aus. Auch Haushaltsmittel wie Fleckenwasser, Säuren, Terpentin und andere Reinigungsmittel sind häufig (ca. 30%) die Ursache für Giftunfälle. Darüber hinaus können Vergiftungserscheinungen durch Pflanzen, Pilze und Arbeitsplatz – (z. B. Schwermetalle, Stäube) bzw. Umweltgifte (z.B. Abgase) hervorgerufen werden.

Gehe zu Gefährliche Pflanzenteile

Allgemeine Maßnahmen bei Vergiftungen

Zu den wichtigsten Soforthilfemaßnahmen bei Vergiftungen zählt die Aufrechterhaltung der Atmungs- und Kreislauffunktion. Ärztlicher Rat ist unverzüglich einzuholen. In der Regel ist die Aufnahme in eine Klinik erforderlich. Zu den dort zur Verfügung stehenden Mitteln gehören u. a. die so genannten Antidota (= Gegengifte). Unter diesen versteht man Stoffe, welche die gesundheitsschädliche Wirkung des Giftes herabsetzen oder aufheben.

Als Service finden Sie unten aufgelistet die Informationszentren für Vergiftungsfälle in Deutschland.

Gefährliche Pflanzenteile

nach Mutschler, E; Arzneimittelwirkung, 1998

PflanzeBesonders gefährliche Pflanzenteile
BilsenkrautSamen
EibeNadeln
EisenhutBlätter und Samen
FeuerbohneSamen
GartenbohneRohe Bohnen
GoldregenSamen
HerbstzeitloseSamen
OleanderSamen
PfaffenhütchenFrüchte
Schierlingalle Teile
SeidelbastBlüten, Beeren
StechapfelSamen
TollkirscheBeeren