In-vitro-Diagnostika

Erkenntnisse, die durch die Nutzung von In-vitro-Diagnostika gewonnen werden, haben in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen und sind daher aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Sie dienen mittlerweile nicht nur der Diagnostik von physiologischen und pathologischen Zuständen, sondern unterstützen bei der Überwachung therapeutischer Maßnahmen.

Seit 2016 haben wir unser Produktportfolio um den Bereich der Point-of-Care Bestimmung mittels In-vitro-Diagnostika erweitert. Auch hier arbeiten wir mit namenhaften Universitäten und Institutionen auf der ganzen Welt zusammen, um bei Diagnostik und Therapie unseren Beitrag zu leisten.

LISA-CHE – Bestimmung der Cholinesterase-Aktivität

Die Aktivitäten der Enzyme Acetylcholinesterase (AChE) und Butyrylcholinesterase (BChE) dienen als Biomarker für die frühzeitige Erkennung verschiedener Krankheiten, u.a.

    • beim postoperativen Delir
    • bei der systemischen Inflammation
    • zur Einschätzung des Schweregrades der entzündlichen Erkrankung
    • zur Risikostratifizierung bei Verbrennungen
    • bei Vergiftungen mit Organophosphaten
    • bei der Alzheimer-Krankheit oder
    • bei Proteinmangelernährung

LISA-CHE ist ein mobiles Point-of-Care-Messgerät zur Bestimmung der Aktivität von AChE und BChE im Vollblut.

Für die Messung wird nur einen Tropfen Vollblut benötigt und die Ergebnisse sind innerhalb von 4 Minuten verfügbar.

Somit ist LISA-CHE nicht nur für die frühzeitige Erkennung, sondern auch für die Überwachung der Therapie geeignet.

LISA-H – Direkte Bestimmung der aktuellen Heparin-Aktivität

Heparin hat sich aufgrund seiner gerinnungshemmenden Eigenschaft, des schnellen Wirkeintritts sowie der Möglichkeit einer Antagonisierung als Standardmedikament beim Blutgerinnungsmanagement etabliert.

Beispielsweise bei herzchirurgischen Eingriffen mit extrakorporaler Zirkulation wird Heparin in hohen Dosen verabreicht, um eine Gerinnung des Blutes durch den Kontakt mit der großen Fremdoberfläche zu verhindern. Derzeit existiert jedoch noch kein Verfahren, um den Heparin-Spiegel während des Eingriffs direkt messen zu können.

Mit LISA-H liefert die Dr. Franz Köhler Chemie GmbH ein neuartiges Verfahren, um diese Lücke zu schließen. Durch die Kombination der herkömmlichen Messung der Gerinnungszeit und der Messung des aktuellen Heparin-Spiegels kann einerseits während des Eingriffs der gewünschte Heparin-Spiegel aufrechterhalten werden, zum anderen kann die Dosierung von Protamin, welches am Ende des Eingriffs zur Neutralisierung von Heparin verabreicht wird, erstmals präzise gesteuert werden.

Durch die Möglichkeit der Heparin-Messung kann somit das derzeitige Antikoagulations-Management verbessert, dadurch Blutungskomplikationen verringert und letztlich die Patientensicherheit erhöht und die Kosten reduziert werden.

M.A.I.K – Schnelltest zur Detektion von Nervenkampfstoffen, Pestiziden und anderen Cholinesterase-Hemmstoffen

Organophosphate hemmen das Enzym Aceytlcholinesterase (AChE), welches eine wichtige Rolle bei der Nervenreizweiterleitung spielt.

Organophosphate werden als Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt. Bei unsachgemäßem Einsatz oder fehlerhafter Lagerung kann dies zu einer Vergiftung mit erheblichen gesundheitlichen Schäden im menschlichen Körper führen. Nach Angaben der WHO verursachen insbesondere Pestizide, die auf Organophosphaten basieren, jedes Jahr Millionen schwerer Vergiftungen mit teilweise tödlichem Ausgang.

Eine noch giftigere Gruppe der Organophosphate sind Nervenkampfstoffe wie Sarin, VX und Nowitschok, die eine aktuelle und ernstzunehmende Bedrohung darstellen (Einsatz von Sarin in Syrien, Anschläge auf Kim Jong Nam mit VX und auf Sergei Skripal und Alexei Nawalny mit Nowitschok). Hierbei wird deutlich, dass ein schneller Nachweis einer Hautkontamination für das Ergreifen von Gegenmaßnahmen von essenzieller Bedeutung ist.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr haben wir mit M.A.I.K (Mobiler Acetylcholinesterase-Inhibitor Test-Kit) einen Schnelltest zur einfachen und zuverlässigen Detektion von Nervenkampfstoffen und Pestiziden (Organophosphate, Carbamate) entwickelt.

Durch die Verwendung humaner Acetylcholinesterase ist M.A.I.K hochempfindlich für alle humantoxischen Substanzen, die eine Hemmung der AChE bewirken.